Was uns der Irankrieg über Partnerschaften lehrt

Kamingespräch mit Julia Friedlander

23. April 2026 | Berlin Capital Club

direkt zur Bildergalerie

 

Beim Kamingespräch von spark consulting im Berlin Capital Club diskutierte Julia Friedlander, Geschäftsführerin der Atlantik-Brücke, mit Gästen aus Politik, Wirtschaft und Sicherheitsarchitektur über die Zukunft internationaler Partnerschaften und die Rolle Europas in einer sich wandelnden Weltordnung. Durch den Abend führte Michael Stückmann (Executive Partner, spark consulting und Mitglied des Advisory Boards des Berlin Capital Club).

Im Mittelpunkt standen die aktuellen Entwicklungen rund um den Iran-Konflikt und die Frage, welche Konsequenzen sich daraus für transatlantische Beziehungen und die strategische Position Europas ergeben.

Friedlander machte deutlich, dass der Konflikt das Ergebnis einer länger angelegten geopolitischen Entwicklung ist. Klassische Instrumente wie Sanktionen und diplomatische Initiativen verlieren an Wirkung. In der Folge rücken militärische Optionen stärker in den Vordergrund. Militärisches Handeln sei daher häufig weniger Ausdruck einer klaren Strategie als vielmehr die Konsequenz fehlender wirksamer Alternativen.

Gleichzeitig zeigt sich eine zentrale Spannung: Die USA erwarten Partnerschaft, handeln in entscheidenden Momenten jedoch weiterhin unilateral. Die Zeit einseitiger Entscheidungen stößt zunehmend an Grenzen, während internationale Zusammenarbeit an Bedeutung gewinnt.

 

Damit gelangt Europa stärker in den Fokus. Friedlander betonte, dass Europa auf dem Weg sei, ein gleichwertiger Partner zu werden, diese Rolle jedoch noch nicht vollständig erreicht habe. Kritisch sei insbesondere eine Haltung, die politische Ergebnisse unterstütze, sich gleichzeitig aber von den zugrunde liegenden Entscheidungen distanziere. Eine Position, die langfristig nicht tragfähig sei.

Ein zentraler Gedanke des Abends lautete:
„Not a dependency, an ally.“

Damit verbunden ist die Erwartung, dass Europa mehr Verantwortung übernimmt und seine Rolle in der internationalen Ordnung aktiver gestaltet.

Friedlander beschrieb die aktuelle Lage als einen „globalen Konflikt in Fragmenten“, in dem neue Allianzen entstehen und bestehende Strukturen an Stabilität verlieren.

Der anschließende Austausch zeigte die hohe Relevanz der diskutierten Themen: Ein hochkarätiges Publikum beteiligte sich mit zahlreichen Fragen, die Friedlander offen und differenziert aufgriff. Die Gesprächsbereitschaft und Klarheit der Referentin prägten eine intensive und konstruktive Diskussion.

Zum Abschluss des Abends dankte Michael Stückmann Julia Friedlander für die Einblicke und den offenen Austausch. Der Abend habe gezeigt, wie wichtig es sei, geopolitische Entwicklungen nicht nur zu analysieren, sondern strategisch einzuordnen und daraus konkrete Handlungsoptionen abzuleiten.

Fotos: Valentin Paster